Inspiriert von Sophie und Johannes, die eine Woche vor uns geheiratet haben, wollten wir uns spontan auch jeweils noch eine Rede schreiben. Da die Zeit nicht auf unserer Seite war, kam es dazu, dass Susanne ihre Rede am Vorabend schrieb (im Stehen mit Kleid während ich die Beleuchtung montierte) und ich am Morgen der Feier am Frühstückstisch. Dass wir die Reden letztendlich vom Handy vorgelesen haben, war eine rein pragmatische Entscheidung.
Susanne

Lieber Simon,
Du hattest mir letztes Jahr im Juni einen Heiratsantrag gemacht. Unter Freudentränen habe ich ihn angenommen.
Seit dieser Zeit ist so viel passiert. Wir haben viel gemeinsam erlebt, haben neue Orte und Menschen kennen gelernt und gleich zwei Hochzeitstage komplett durchorganisiert.
Die letzten zwei Jahre, seit denen wir zusammen sind, zählen für mich zu einem der intensivsten Abschnitte in meinem Leben.
Selten habe ich so ausgeprägt und aufmerksam gelebt wie an deiner Seite.
Gerade in dieser Zeit voller Umbrüche und neuer Eindrücke hatte ich allerdings auch zuerst Angst vor einer Trauung.
Vielleicht überlegst du’s dir anders, sobald du mich besser kennen lernst?
Z.B. meinen gesunden Appetit beim Essen. Und meine schlechte Laune, wenn ich noch nichts gegessen habe.
Aber du hast mir versichert, dass du gut kochen kannst und an unseren Hochzeitstagen für gutes Essen sorgst. Das hat mir die Angst etwas genommen.
Aber Spaß beiseite:
Du lässt mich jeden Tag spüren, wie sehr Du mich mit all meinen Macken liebst.
Gerade dann, wenn ich Angst vor Einengung habe, gibst Du mir Freiraum.
Und wenn mir eine Last zu schwer auf den Schultern liegt, nimmst du sie mir ab.
Selbst wenn du dafür Nachteile in Kauf nehmen musst.
Durch deine großzügige, verzeihende Art kann ich jeden Tag wachsen.
Du machst einen besseren Menschen aus mir.
Deine Zuversicht nimmt mir die Angst.
Ich zweifle nicht mehr.
Ich weiß, dass ich mein Leben an deiner Seite verbringen will.
Was zählt, ist nicht, was sein könnte.
Oder was bisher war.
Sondern nur, was hier und jetzt ist.
Ich liebe dich ❤️
Simon

Liebe Sanne, mein Hammster, Sannebraten, Sexy Lady, Frau Brodtmann.
Es haben sich im Laufe unserer Beziehung viele Namen ergeben, mit denen wir uns ansprechen. Jeder hat seine eigene Geschichte, wovon jede den Rahmen dieser Rede sprengen würde.
So abwechslungsreich wie die Namen ist auch unser gemeinsames Leben. Ich genieße es so sehr, verrückte Sachen mit dir zu machen. Mit dir zu lachen. Mit dir zu weinen. Und mich anschließend mit dir zu versöhnen.
Du zeigst mir all das im Leben, was alleine nicht geht oder einfach keinen Spaß macht. Du füllst den Teil meines Lebens, der sich vor dir irgendwie so leer angefühlt hat. Durch dich bin ich ein ganzer Mensch. Kein halber mehr. Darauf musste ich 32 Jahre warten.
Ich habe dich gewählt. So wie du bist. Und wie du nicht bist. Ich liebe deine positiven Seiten. Und ich liebe deine Macken. So, wie du meine positiven Seiten liebst und meine Macken.
Seit dieser Wahl ist mir klar, dass ich mein restliches Leben mit dir verbringen möchte. Mir ist auch klar, dass eine erfolgreiche Ehe nicht, „die eine richtige“ oder ganz viel Glück verlangt, sondern, dass wir es in der Hand haben, unser Leben so zu gestalten, wie wir es möchten und dass unsere Ehe *dadurch* langfristig so bleibt, wie wir es uns wünschen, dass wir Verantwortung übernehmen und sie genau *so* gestalten.
Ich übernehme hier und heute Verantwortung, lade 73 Zeugen ein und verspreche dir und allen Anwesenden, dass ich dich immer lieben werde und immer zu dir halten werde.
Susanne Brodtmann, ich liebe dich!